„Es ist nicht die eine oder die andere Entscheidung, sondern es muss von beiden getroffen werden. Also dass der Arzt sagt: Das wäre die Indikation. Und der Betroffene sagt: Ja, okay, oder: Nein, ich brauche noch Zeit.“
Dr. Nadja Jiresch Tweet
Die Frage, ob eine Skoliose operiert werden sollte, gehört wahrscheinlich zu den schwierigsten Entscheidungen, mit denen sich Betroffene und Eltern auseinandersetzen müssen. Besonders herausfordernd wird es, wenn unterschiedliche Empfehlungen aufeinandertreffen oder die Angst entsteht, bei einem Spezialisten automatisch zu einer Operation geraten zu bekommen.
Dabei ist die Entscheidung für oder gegen eine Skoliose OP deutlich komplexer. Alter, Wachstum, Entwicklung der Skoliose, Beschwerden und die individuelle Lebenssituation spielen eine Rolle. Gerade bei Jugendlichen gibt es bestimmte Kriterien, die bei der ärztlichen Beurteilung berücksichtigt werden. Gleichzeitig sollte eine Operation nie nur deshalb durchgeführt werden, weil eine Skoliose auf dem Röntgenbild sichtbar ist.
Auch eine zweite Meinung kann sinnvoll sein, wenn Unsicherheit besteht. Entscheidend ist, dass Betroffene verstehen, warum eine bestimmte Behandlung empfohlen wird und welche Möglichkeiten es gibt.
Mit der Entscheidung für eine Operation kommen oft sofort die nächsten Fragen: Kann ich danach wieder Sport machen? Gibt es Sportarten, die dauerhaft tabu sind? Wie sieht es später mit Schwangerschaft und Geburt aus? Und gibt es Einschränkungen bei Themen, über die in Arztgesprächen vielleicht nicht immer offen gesprochen wird?
Genau diese Fragen verdienen mehr Raum. Denn eine Skoliose OP bedeutet nicht automatisch, dass nach der Heilungsphase ein Leben voller Verbote beginnt. Gleichzeitig braucht der Körper nach einem solchen Eingriff Zeit und einen schrittweisen Wiedereinstieg in Belastung und Sport.
Auch Kinderwunsch und Schwangerschaft müssen nach einer Skoliose OP nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Trotzdem kann es sinnvoll sein, sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen, wie eine geplante Operation und eine spätere Schwangerschaft zeitlich zusammenpassen könnten.
Neben medizinischen Fragen spielen Ängste und Schuldgefühle eine große Rolle. Gerade Eltern fragen sich häufig, ob sie die Skoliose ihres Kindes früher hätten bemerken oder verhindern können.
Doch viele Veränderungen werden erst während des Wachstums deutlich sichtbar. Es ist deshalb wichtig, solche Schuldgefühle nicht zusätzlich zu verstärken, sondern Familien verständlich zu erklären, was sie beeinflussen können und was nicht.
In dieser Podcast-Folge spreche ich mit Wirbelsäulenchirurgin Dr. Nadja Jiresch genau über diese Themen. Wir schauen uns an, wann eine Operation überhaupt diskutiert wird, warum eine zweite Meinung sinnvoll sein kann und welche Fragen sich rund um Sport, Schwangerschaft, Sexualität und das Leben nach einer Skoliose OP stellen. Dabei geht es auch um einige Aussagen, die sich seit Jahrzehnten hartnäckig halten.
Du stehst selbst vor der Frage „Operation oder nicht?“ oder möchtest besser verstehen, wie Ärztinnen und Ärzte diese Entscheidung treffen? Dann hör dir die neue Podcast-Folge an. Dr. Nadja Jiresch gibt einen offenen Einblick in die Skoliosechirurgie und beantwortet viele Fragen, die im normalen Arztgespräch häufig zu kurz kommen.
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Mein eigener Skoliose Weg war oft geprägt von Unsicherheit und Umwegen.
Du sollst es leichter haben als ich und die Abkürzungen kennen!
Deine Conny