„Der Patient lernt im Endeffekt wieder: Wo ist meine Mitte? Was ist denn überhaupt gerade?“
Sebastian Hoebink Tweet
Mit der Diagnose Skoliose und einem Rezept für ein Korsett beginnt für viele Familien ein völlig neuer Abschnitt. Schnell entsteht der Eindruck: Man geht mit dem Rezept zu einem Orthopädietechniker und bekommt dort das passende Korsett.
Doch so einfach ist es nicht immer.
Die Versorgung einer Skoliose gehört zu den spezialisierten Bereichen der Orthopädietechnik. In der regulären Ausbildung werden zwar Grundlagen vermittelt, doch das Wissen rund um unterschiedliche Skoliosemuster, Wachstumsphasen, Korrekturprinzipien und die langfristige Betreuung geht weit darüber hinaus. Erfahrung, regelmäßige Fortbildungen und die intensive Arbeit mit Skoliosebetroffenen spielen deshalb eine wichtige Rolle.
Nicht jedes Skoliose Korsett sieht gleich aus. Unterschiedliche Techniker können verschiedene Herangehensweisen wählen, ohne dass automatisch eine davon falsch sein muss.
Entscheidend ist vielmehr, was das Korsett erreichen soll. Dazu gehören unter anderem eine möglichst gute Ausrichtung des Körpers, die gezielte Korrektur von Asymmetrien und ein Ergebnis, das im Alltag auch tatsächlich tragbar ist. Denn selbst ein stark korrigierendes Korsett hilft wenig, wenn es dauerhaft Schmerzen oder Hautprobleme verursacht und deshalb kaum getragen werden kann.
Auch die erste Korrektur im Korsett und die spätere Tragedauer spielen eine große Rolle. Gleichzeitig lässt sich nicht jede Versorgung an einer einzigen Prozentzahl messen. Alter, Flexibilität, Ausgangssituation und Wachstumsphase beeinflussen, was realistisch erreicht werden kann.
Gerade am Anfang ist es schwer einzuschätzen, ob man bei der richtigen Anlaufstelle gelandet ist. Ein paar Fragen können dabei helfen, mehr Sicherheit zu bekommen.
Wie viele Skoliose Korsette werden dort regelmäßig angefertigt? Welche Fortbildungen wurden besucht? Wie wird kontrolliert, ob das Korsett tatsächlich wirkt? Werden Fotos zur Verlaufskontrolle gemacht? Wie eng arbeitet der Techniker mit Ärzten und Physiotherapeuten zusammen?
Solche Fragen sind keineswegs unhöflich. Im Gegenteil: Eine gute Korsettversorgung lebt davon, dass Betroffene verstehen, was gemacht wird und warum.
Genau darüber spreche ich in dieser Podcast-Folge mit Sebastian Hoebink von von Urban & Kemmler und Jan Jurkoweit von Storch + Beller. Wir schauen gemeinsam hinter die Kulissen des Korsettbaus, sprechen über verbreitete Mythen, die Bedeutung von Erfahrung und darüber, warum Physiotherapie und Korsettversorgung nicht einfach unabhängig voneinander betrachtet werden sollten.
Außerdem stellen wir den neuen Arbeitskreis für Rumpforthesik Deutschland vor, in dem erfahrene Orthopädietechniker gemeinsam daran arbeiten, Standards in der Korsettversorgung weiterzuentwickeln und Wissen aus vielen Jahren Praxis zusammenzutragen.
Du möchtest besser einschätzen können, ob deine eigene Korsettversorgung oder die deines Kindes auf einem guten Weg ist? Dann hör dir die vollständige Podcast-Folge an. Sebastian und Jan geben dir viele konkrete Hinweise, worauf du achten kannst und welche Fragen du deinem Orthopädietechniker ruhig stellen darfst.
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Mein eigener Skoliose Weg war oft geprägt von Unsicherheit und Umwegen.
Du sollst es leichter haben als ich und die Abkürzungen kennen!
Deine Conny