„Man muss einfach selber versuchen, seine Geschichte zu leben und nicht sich mit irgendwem anderen zu vergleichen.“
Julia Tweet
Als Julia mit elf Jahren ihre Skoliose-Diagnose bekam, war das Thema Schwangerschaft natürlich noch weit weg. Damals ging es erst einmal darum, irgendwie mit dieser Diagnose umzugehen. Oder besser gesagt: sie möglichst weit wegzuschieben. Denn Julia hatte lange keine starken Beschwerden und wollte vor allem eines: normal sein.
Viele Jahre später war die Situation eine andere. Julia war sportlich aktiv, ging wandern, lief Halbmarathon und hatte sich körperlich enorm weiterentwickelt. Gleichzeitig stand immer wieder die Frage im Raum, ob eine Skoliose OP irgendwann notwendig werden könnte.
Richtig greifbar wurde diese Frage aber erst, als der Kinderwunsch näher rückte. Plötzlich ging es nicht mehr nur darum, wie es ihr jetzt gerade geht, sondern auch darum, wie ihr Körper eine Schwangerschaft tragen würde und ob sich die Skoliose weiter verändern könnte. Genau dieser Punkt hat bei Julia noch einmal vieles in Bewegung gebracht.
Die Entscheidung für eine Skoliose OP war für Julia kein spontaner Entschluss. Im Gegenteil. Sie hat über Jahre versucht, diesen Schritt zu vermeiden. Mit Sport, Physiotherapie, Schroth-Übungen, Wandern und viel Disziplin hat sie alles getan, was für sie möglich war. Und das hat ihr auch viel gebracht. Sie wurde fitter, bekam mehr Vertrauen in ihren Körper und merkte, wie gut ihr Bewegung tat.
Trotzdem verschlechterte sich die Skoliose weiter. Als dann auch noch das Thema Kinderwunsch dazukam, wurde die Entscheidung noch größer. Denn natürlich fragt man sich dann: Kann ich mit Skoliose schwanger werden? Was passiert in der Schwangerschaft? Wird es schlimmer? Wie geht es meinem Rücken danach?
Genau solche Fragen beschäftigen viele Betroffene, und Julia spricht in dieser Folge sehr ehrlich darüber. Sie holte sich mehrere Meinungen ein, sprach mit anderen Betroffenen und entschied sich schließlich für die Operation. Nicht, weil dieser Weg für alle richtig ist, sondern weil er sich nach vielen Gesprächen und Abwägungen für sie richtig angefühlt hat.
Nach der Operation arbeitete Julia Schritt für Schritt daran, wieder stabil, fit und belastbar zu werden. Und genau das hat ihr später auch in der Schwangerschaft geholfen.
Natürlich war die Angst nicht einfach weg. Nur weil man operiert ist, heißt das nicht automatisch, dass man plötzlich keine Sorgen mehr hat. Julia hatte weiterhin Respekt davor, wie ihr Körper auf die Schwangerschaft reagieren würde. Deshalb ließ sie sich physiotherapeutisch begleiten, machte so lange wie möglich ihre Schroth-Übungen und blieb aktiv, soweit es ihr möglich war.
Was dann passiert ist, macht wirklich Mut: Julia hatte während der Schwangerschaft keine größeren Rückenprobleme. Sie blieb viel in Bewegung, ging spazieren und konnte ihr erstes Kind auf natürlichem Weg zur Welt bringen. Auch nach der Geburt startete sie bewusst langsam, zuerst mit Beckenbodenübungen und später wieder mit gezieltem Training.
Julias Geschichte zeigt, dass es nicht „den einen richtigen Weg“ gibt. Sie zeigt, wie wichtig es ist, den eigenen Körper ernst zu nehmen, sich gute Unterstützung zu holen und Entscheidungen nicht aus Angst, sondern möglichst klar und bewusst zu treffen.
In dieser Podcast Folge spreche ich mit Julia über Skoliose, Kinderwunsch, Schwangerschaft nach der OP und darüber, warum es sich lohnt, den eigenen Weg zu gehen, ohne sich ständig mit anderen zu vergleichen. 🎧
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Mein eigener Skoliose Weg war oft geprägt von Unsicherheit und Umwegen.
Du sollst es leichter haben als ich und die Abkürzungen kennen!
Deine Conny