„Wir können vielleicht unser Schicksal nicht verändern, dass wir Skoliose, dass wir Kyphose haben. Aber was wir daraus machen, da ist so viel mehr möglich, als uns manchmal glauben gemacht wird.“
Eileen Tweet
Wie geht es eigentlich zehn, zwanzig oder sogar fast 25 Jahre nach einer Skoliose OP weiter?
Genau diese Perspektive fehlt oft, wenn die Entscheidung für eine Operation im Raum steht. Denn verständlicherweise dreht sich zunächst vieles um den Eingriff selbst und die erste Zeit danach. Doch irgendwann kommen ganz andere Fragen: Wie fühlt sich der eigene Körper langfristig an? Welche Bewegungen sind möglich? Kann man Sport machen? Und wie lernt man überhaupt wieder, dem eigenen Körper zu vertrauen?
Eileen kennt diese Fragen sehr gut. Nach ihrer Operation vor fast 25 Jahren wurde sie mit einer langen Liste an Dingen entlassen, die sie lieber nicht machen sollte. Reiten, Skifahren und andere Aktivitäten, die zuvor ganz selbstverständlich zu ihrem Leben gehört hatten, schienen plötzlich nicht mehr möglich zu sein. Eine gezielte Reha direkt nach der Operation gab es damals nicht.
Die Folge war nicht nur körperliche Unsicherheit. Eileen beschreibt auch, dass sie sich in den ersten Jahren weniger zugetraut und sich in ihrem veränderten Körper zunächst fremd gefühlt hat.
Mit der Zeit begann Eileen, selbst herauszufinden, was ihrem Körper guttut und wo ihre persönlichen Grenzen liegen.
Dabei spielte Bewegung eine immer größere Rolle. Heute gehört Krafttraining fest zu ihrem Alltag. Sie merkt sogar, dass sich leichte Beschwerden bemerkbar machen können, wenn sie mehrere Tage nicht trainiert. Besonders die nicht versteiften Bereiche ihres Rückens profitieren aus ihrer Sicht davon, dass sie ihren Körper gezielt kräftigt.
Auch Aktivitäten, von denen ihr früher abgeraten wurde, hat sie nach und nach wieder ausprobiert. Nicht alles fühlt sich für sie heute gut an und nicht jede Sportart ist wieder Teil ihres Lebens geworden. Entscheidend war vielmehr, ihren eigenen Körper neu kennenzulernen und herauszufinden, welche Anpassungen für sie funktionieren.
Nach zehn Jahren bekam sie bei einer Kontrolluntersuchung schließlich eine Rückmeldung, mit der sie selbst nicht gerechnet hatte: Die behandelnde Ärztin war überrascht, wie gut ihre Situation aussah. Eine ursprünglich erwartete Erweiterung der Versteifung war nicht notwendig geworden.
Eine weitere Frage, die mit 17 Jahren natürlich noch kaum eine Rolle spielte, kam erst später dazu: Wie sieht es nach einer Skoliose OP eigentlich mit Schwangerschaft und Geburt aus?
Eileen ist heute Mutter von drei Kindern. Sie berichtet in der Folge offen darüber, wie sie ihre Schwangerschaften erlebt hat, welche Beschwerden dabei aufgetreten sind und warum Bewegung auch in dieser Zeit ein wichtiger Bestandteil ihres Alltags blieb. Alle drei Kinder brachte sie vaginal zur Welt.
Auch das Tragen ihrer Kinder wurde zu einem wichtigen Thema. Aus dem eigenen Bedürfnis heraus, dafür eine gute Lösung zu finden, beschäftigte sie sich schließlich so intensiv damit, dass sie selbst eine Ausbildung zur Trageberaterin absolvierte.
Vielleicht ist genau das einer der wichtigsten Sätze dieser Folge.
Heute beschreibt Eileen ihren Körper nicht mehr als etwas, das sie ausbremst oder blockiert. Natürlich gibt es durch die Versteifung Bewegungen, die anders sind als früher. Trotzdem hat sie ihren eigenen Weg gefunden, damit umzugehen.
Und genau darüber sprechen wir in dieser Podcast-Folge: über die Operation mit 17, die Unsicherheit danach, Sport und Krafttraining, Schwangerschaft und Familie und darüber, was Eileen heute rückblickend gerne schon damals gewusst hätte.
Wenn du selbst vor einer Skoliose OP stehst, bereits operiert bist oder dich fragst, wie ein Leben viele Jahre nach der Operation aussehen kann, dann hör dir unbedingt Eileens Geschichte an. Sie zeigt keine allgemeingültige Anleitung, aber eine sehr persönliche Perspektive darauf, wie viel sich auch nach schwierigen Phasen noch verändern kann.
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Mein eigener Skoliose Weg war oft geprägt von Unsicherheit und Umwegen.
Du sollst es leichter haben als ich und die Abkürzungen kennen!
Deine Conny