„Kämpft einfach weiter und lasst euch nicht beirren. Wenn jemand sagt, es geht nichts mehr, heißt das nicht, dass man aufhören soll aktiv zu bleiben.“
Yvonne Tweet
Viele Betroffene hören irgendwann den Satz: „Jetzt sind Sie ausgewachsen, mehr kann man nicht machen.“ Genau das hat auch Yvonne erlebt. Als Jugendliche erhielt sie ein Korsett und machte Physiotherapie. Mit etwa 16 Jahren endete die Behandlung jedoch plötzlich. Das Korsett passte nicht mehr und sie sollte einfach so weitermachen wie bisher.
Viele Jahre lebte Yvonne mit ihrer Skoliose, blieb sportlich und hatte lange kaum Beschwerden. Doch mit der Zeit bemerkte sie Veränderungen. Muskelverspannungen im Nacken und im Bereich der Brustwirbelsäule wurden häufiger und irgendwann fiel ihr im Spiegel auf, dass sich ihr Rücken verändert hatte. Mit 47 Jahren entschied sie sich deshalb, das Thema wieder aktiv anzugehen. Genau hier beginnt ihre neue Reise mit Skoliose Training im Erwachsenenalter.
Bei einem spezialisierten Arzttermin stellte sich heraus, dass Yvonne inzwischen einen größeren Wert erreicht hatte. Eine Operation kam für sie jedoch nicht infrage. Stattdessen entschied sie sich bewusst für einen anderen Weg: Training, ein Erwachsenen-Korsett und eine gezielte Betreuung.
Das Besondere: Schon beim ersten Anprobieren des neuen Korsetts fühlte sich Yvonne erstaunlich wohl. Gleichzeitig begann sie mit einem individuell angepassten Trainingsprogramm. Dabei ging es nicht nur um skoliosegerechtes Training, sondern auch um andere Themen wie eine Schulterproblematik, die zusätzlich Beschwerden verursachte.
Gerade dieser ganzheitliche Blick ist wichtig. Denn Skoliose Training im Erwachsenenalter bedeutet nicht nur einzelne Übungen für den Rücken. Es geht darum, den gesamten Körper zu stärken und Bewegungen im Alltag zu verbessern. Yvonne blieb konsequent dran und integrierte Training und Korsett Schritt für Schritt in ihren Alltag.
Ein Jahr später hat sich für Yvonne vieles verändert. Ihre Muskulatur ist deutlich stärker geworden und die Beschwerden sind deutlich seltener geworden. Verspannungen verschwinden schneller und schmerzfreie Phasen werden länger.
Auch beim Kontrollröntgen zeigte sich ein spannendes Ergebnis: Im Korsett waren fünf Grad weniger messbar als ohne Korsett. Für Yvonne ist das vor allem ein Zeichen dafür, dass es sich lohnt dranzubleiben. Ihr Ziel ist dabei nicht Perfektion, sondern ein stabiler Körper und möglichst wenig Beschwerden im Alltag.
Ihre Geschichte zeigt eindrucksvoll, dass Skoliose Training im Erwachsenenalter auch viele Jahre nach der ursprünglichen Diagnose noch eine wichtige Rolle spielen kann. Mit Geduld, Unterstützung und einem klaren Ziel vor Augen kann sich der Einsatz lohnen.
Und vielleicht ist genau das die wichtigste Botschaft dieser Folge: Es ist nie zu spät, wieder anzufangen.
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Mein eigener Skoliose Weg war oft geprägt von Unsicherheit und Umwegen.
Du sollst es leichter haben als ich und die Abkürzungen kennen!
Deine Conny